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Extensive Weidehaltung: Ein Gewinn für Tierwohl, Klima und Umwelt

Extensive Weidehaltung
user Westerwälder Biohöfe | 10. Juni 2024

Die extensive Weidehaltung von Rindern ist nicht nur die artgerechteste Methode der Fleischproduktion, bei der das Tierwohl im Fokus steht, sondern auch ein Gewinn für die Umwelt und das Klima – weshalb wir bei den Westerwälder Biohöfen größten Wert darauf legen, dass all unsere Bauern diese äußerst nachhaltige Art der Tierhaltung praktizieren.

Im Folgenden gehen wir näher auf die spezifischen ökologischen und verhaltensbiologischen Vorteile der extensiven Weidehaltung ein und zeigen auf, warum diese Art der Tierhaltung die mit Abstand beste für Tier, Umwelt und Klima darstellt.

Ökologische Vorteile der Weidehaltung

Gesunder Boden

Ein wichtiger Aspekt der Weidehaltung ist ihre positive Auswirkung auf die Bodengesundheit. Indem Rinder auf Weiden grasen, tragen sie zur Erhaltung der Bodenstruktur bei. Ihre Bewegungen lockern den Boden auf und fördern die Durchlüftung, was wiederum das Wachstum von wichtigen Mikroorganismen begünstigt. Dadurch wird die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht, was den Einsatz von chemischen Düngemitteln, wie Pestiziden und Herbiziden, obsolet macht, die wiederum massiv die Natur und die Tierwelt schädigen.

Des Weiteren ermöglicht die lockere Bodenstruktur, in Kombination mit der guten Durchwurzelung und einem hohen Humusanteil, ein wesentlich besseres Eindringen von Wasser, wodurch Erosion und Überschwemmungen verhindert werden. So kann selbst bei Starkregen das Wasser bedeutend schneller in den Untergrund absickern, was in Zeiten von immer wiederkehrenden Naturkatastrophen, in Form von bspw. Überschwemmungen, wichtiger denn je ist.

CO2-Speicher Weidefläche

Grünlandflächen spielen zudem eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel: Sie speichern eine signifikante Menge an CO2, denn die entscheidende Substanz, die Kohlenstoff dauerhaft im Boden bindet, ist Humus. Wie viel Kohlenstoff ein Boden speichern kann, ist also primär von seinem Humusgehalt abhängig. Dieser wird durch die extensive Weidehaltung deutlich erhöht, da zum Humus alle abgestorbenen tierischen und pflanzlichen Stoffe im Boden, einschließlich ihrer Umwandlungsprodukte, gehören. Der durch die Wiederkäuer verursachte Verbiss der Pflanzen und deren Exkremente beeinflussen positiv den Humusgehalt und fördern somit die Speicherfähigkeit des Bodens.

Hinzu kommt, dass der Verbiss durch die Rinder und deren Exkremente das Pflanzen- und Wurzelwachstum anregen, damit die Pflanze, als Reaktion auf die „Schädigung“ durch den Verbiss, eine größere Menge Nährstoffe aus dem Boden holen kann. Dies führt dazu, dass bedeutend mehr CO2 umgewandelt werden kann – denn Pflanzen benötigen für ihren Wachstumsprozess unter Anderem CO2 und wandeln dies, während der Photosynthese, in den für uns überlebenswichtigen Sauerstoff um.

Somit erweist sich die extensive Weidehaltung als aktiver Helfer im Kampf gegen den Klimawandel, denn der Boden von Weideflächen fungiert sowohl als Wasserspeicher, als auch als CO2-Speicher – 1 Hektar Weide und Wiese speichert im Schnitt beeindruckende 181 Tonnen CO2 und somit doppelt so viel wie ein vergleichbarer Ackerboden!

Die natürliche Ernährungsweise der Rinder aus extensiver Weidehaltung führt ebenfalls zu einem deutlich geringeren CO2-Fußabdruck, da sie sich ausschließlich von Gras ernähren und für ihre Ernährung keinerlei importierte Futtermittel, wie bspw. Soja, benötigen, die mit einer hohen Umweltbelastung durch Monokulturen, exzessivem Pestizideinsatz und langen Transportwegen verbunden sind.

Darüber hinaus produzieren Weiderinder weniger Methan, ein Treibhausgas, das mit der intensiven Stallhaltung in Verbindung gebracht wird. Diese Reduktion der Treibhausgasemissionen ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels.

Erhalt der Landschafts- und Artenvielfalt

Ein weiterer Clou: Jeder einzelne Kuhfladen auf der Weide dient als Biotop für Insekten und somit als gedeckter Tisch für eine Vielzahl von Vögeln. Somit spielt die Weidehaltung eine entscheidende Rolle im Erhalt der Artenvielfalt. Untersuchungen aus England zeigen, dass ein einziges Rind mit einem Gewicht von 600 kg im Laufe eines Jahres mehr als elf Tonnen Dung auf der Weide liefert, welcher wiederum von ca. 120 kg Insektenlarven als Lebensgrundlage genutzt wird. In diesem Kontext äußert Jörn Buse, Experte für Biodiversität im Nationalparkteam Schwarzwald, Folgendes:

Grob geschätzt kann man sagen, dass jedes extensiv gehaltene Rind eine Masse an Insekten fördert, die etwa einem Fünftel der eigenen Körpermasse des Rindes entspricht. 

Jörn Buse, Experte für Biodiversität im Nationalparkteam Schwarzwald

Weidende Rinder schaffen und erhalten zudem offene Landschaften, die eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Durch ihr Beweidungsverhalten tragen sie zur Aufrechterhaltung verschiedener Ökosysteme bei, darunter Grasland, Weiden und Savannen. Dies wiederum fördert und erhält die Lebensräume für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren, die in diesen Habitaten leben.

Erschließung von Grünlandflächen als Nahrungsquelle für den Menschen

Wiederkäuer machen Grünlandflächen für uns Menschen erst landwirtschaftlich nutzbar und erschließen diese als indirekte Nahrungsquelle für uns. Denn ohne die Beweidung von Tieren wäre Gras für den Menschen nutzlos, da nur Wiederkäuer, wie bspw. Rinder, dazu in der Lage sind, Grünfutter zu verdauen und zu verwerten. Für uns Menschen ist dies, auf Grund der anatomischen Struktur unserer Mägen, nicht möglich.

Somit besteht keine Nahrungskonkurrenz zwischen Rindern aus extensiver Weidehaltung und uns Menschen.

Hinzu kommt, dass mehr als 2/3 der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen Grasland sind – auf diesen können die Wiederkäuer zwar weiden, für den Ackerbau eignen sich diese Fläche auf Grund von geografischen und klimatischen Bedingungen jedoch nicht.

Diese für den Menschen eigentlich „nutzlosen“ Flächen werden durch die Nutztierhaltung für den Menschen folglich erst als indirekte Nahrungsquelle erschlossen und ermöglichen so eine nachhaltige Nutzung der begrenzten Ressourcen unserer Erde.

Zusammenfassend ist die Weidehaltung somit ein Gewinn für das Tier, die Umwelt, das Klima und den Menschen. Viele Menschen schätzen zudem die Ästhetik einer Landschaft mit viel Grünland und weidenden Tieren, was die Weidehaltung auch als Kulturgut für den Menschen wertvoll macht.

Extensive Weidehaltung für das Tierwohl

Die Weide als natürliche Umgebung

Abgesehen von den vielzähligen ökologischen Vorteilen erfüllt die natürliche Umgebung der Weide viele der wichtigen arteigenen Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Rindern, die in der intensiven Stallhaltung meist überhaupt nicht erfüllt werden können.

Auf der Weide haben die Tiere ausreichend Platz, können sich frei bewegen und ruhen. Sie können sich, entsprechend ihres sozialen Gefüges, in arttypischen Kleingruppen organisieren und ihren Spieltrieb ausleben. Dies ist für die Sozialisierung sehr wichtig und trägt maßgeblich zu einem glücklichen Leben der Rinder bei.

Im Gegensatz zur Stallhaltung sind sie auf der Weide bedeutend weniger Stressfaktoren ausgesetzt und führen ein entspannteres Leben, bei dem sie ihrem eigenen biologischen Rhythmus nachgehen können und nicht an feste Strukturen gebunden sind, wie dies in der Stallhaltung der Fall ist.

Zudem bietet die weiche Bodenfläche eine komfortable Liege- und Lauffläche, auf der die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können.

Weidehaltung für die Gesundheit der Rinder

Großzügige Grünflächen und Weiden bieten den Rindern viel Bewegungsfreiheit. Dadurch wird die Gesundheit der Rinder gefördert, da der Bewegungsapparat, insbesondere die Beine und Gelenke, geschont werden. Außerdem reinigt das Gras die Klauen und lässt diese auf ganz natürliche Weise trocknen.

Des Weiteren sind Tiere, die ihr Leben auf Weiden verbringen, sauberer als Rinder aus der Stallhaltung. Dies beugt Infektionskrankheiten vor und führt Untersuchungen zufolge sogar zu einem Rückgang von Lähmungserscheinungen, die häufig bei der intensiven Stallhaltung vorzufinden sind.

Grasfütterung als arttypische Ernährung

Frisches und saftiges Gras direkt von der Weide ist besonders schmackhaft für die Rinder und ermöglicht eine natürliche und stressfreie Futteraufnahme und Wiederkäuung, da diese Ernährungsweise ihrem natürlichen Verdauungssystem entspricht. Andere Futtermittel führen hingegen zu Verdauungsproblemen, da diese im Magen nicht so gut zersetzt werden können, was einerseits das Wohl der Tiere, als auch die Qualität des Fleisches, beeinträchtigt.

Das natürliche Futter versorgt die Rinder optimal mit Nährstoffen, besonders mit Proteinen und Vitaminen. Dies stärkt die Gesundheit und fördert die Fruchtbarkeit innerhalb der Herde.

Durch die Grasfütterung wird zudem der natürliche Gehalt an Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren optimiert, was einerseits für die Gesundheit der Tiere von Vorteil ist und andererseits in Konsequenz auch zu signifikant gesünderem Fleisch führt.

Fazit

Insgesamt ist die extensive Weidehaltung von Rindern eine Praxis, die das Tierwohl, die Umwelt und das Klima nachhaltig positiv beeinflusst. Es liegt an uns, diese traditionelle Art der Tierhaltung zu unterstützen und nachhaltige Entscheidungen in Bezug auf unsere Lebensmittelproduktion zu treffen.

Aus diesem Grund setzen wir ausschließlich auf handverlesen Biohöfe, welche eine extensive Weidehaltung in Kombination mit einer 100% Grasfütterung der Tiere praktizieren. Das Resultat ist das beste und gesündeste Biofleisch, das gleichzeitig die Natur und das Klima schont. Überzeuge dich selbst von der unübertroffenen Qualität und dem Geschmack unseres Premiumfleisches und bestelle noch heute eines unserer Gourmetpakete. Jeder Bissen mit bestem Gewissen!

Quellen:

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/wie-viel-co2-binden-landwirtschaftliche-boeden

https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/weidehaltung-gut-fuer-kuehe-klima-und-artenvielfalt/

https://www.wochenblatt-dlv.de/politik/klimaschutz-humus-riesiger-co2-speicher-560017

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